FAQs

F?

Sonderurlaub für Pilgertouren?

A.

Ja, das ist möglich. Bei kirchlichen Trägern gibt es eine kirchliche Arbeits und Vergütungsordnung (KAVO). Dort steht: Die Teilnahme an Exerzitien und Einkehrtagen bis zu 3 Arbeitstage jährlich mit der Maßgabe, dass die innerhalb eines Jahres nicht in Anspruch genommenen Tage in das nächstfolgende Jahr übertragen werden können. Dazu gehören auch Pilgerreisen. Fragt einfach nach. Ich habe einige positive Rückmeldungen bekommen.

Meist werden dafür Pilgerausweise zum Nachweis benötigt. Die besorge ich Euch gerne.

F?

6 Stunden wandern, ist das nicht etwas viel?

A.

Hier wird ein Unterschied zwischen Pilgern und Wandern  klar. Es geht um Langsamkeit und Achtsamkeit. Bei den von mir begleiteten Gruppen ist die Gehgeschwindigkeit auf durchschnittlich drei bis vier Kilometer pro Stunde ausgelegt. Das ist sehr langsam. Das ist notwendig und wichtig, damit es keine Überforderung gibt. Jeder geht in seinem Tempo. Wer schneller gehen möchte, kann das gerne tun. Dafür gibt es extra Informationen von mir. Es sind viele Pausen eingeplant, die Touren sind auf Entschleunigung ausgelegt. Solltest Du trotzdem das Gefühl haben, ich kann nicht mehr, besteht meist die Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Taxi bis zur nächsten Unterkunft zu fahren.

F?

Wofür benötige ich einen Pilgerbegleiter?

A.

Wie bei vielen Dingen des täglichen Lebens, stellt sich bei einer bevorstehenden Pilgerreise die Frage: Schaffe und möchte  ich diese Pilgerreise alleine durchführen? Oder suche ich mir einen Profi, der mich schnell und sicher in das neue Thema einführt, mir Hilfestellung gibt und mir die Möglichkeit bereitet, das ich mich voll und ganz auf die Reise  konzentrieren kann?

Es gibt zudem einige Gründe und  Situationen, die eine Pilgertour zusätzlich erschweren können. Blasen an den Füssen, Verlaufen, eine nicht geeignete Ausrüstung oder unpassende Ernährung. Auch mental kann einiges passieren.

Mein  Angebot für Dich: Als Pilgerbegleiter kenne ich viele dieser Situationen, die das Projekt „Pilgertour“ erschweren und sogar zu einem plötzlichen Ende bringen können. Deshalb stehe ich Dir vor, während und auf  Wunsch auch nach der Pilgertour zur Seite und biete Dir professionelle Beratung.

Zudem schaffe ich mit meinen Selbsterfahrungseinheiten und den Impulsthemen Tiefgang und damit ein schnelles  ankommen im Pilgerleben.

F?

Ist Pilgern eine typisch christliche Tätigkeit?

A.

Pilgerten die Menschen in früheren Zeiten fast ausschließlich aus religiösen Motiven, so wird heute auch gepilgert, ohne einer bestimmten Religion anzugehören. Einfach, um den Alltagsstress zu vergessen und den Kopf freizubekommen.

Pilgern ist keine typische christliche Tätigkeit. In allen Weltreligionen und auch in der Welt ohne spirituelle Zugehörigkeit ist die Pilgerreise eine besondere Beziehungspflege.

Dabei ist der Pilger ein Suchender, der sich auf den Weg macht. Die Wegstrecke ist der wahre Grund und gleichzeitig das Ziel des Pilgerns, und das unterscheidet es von allen anderen Formen der Fortbewegung.

Da die Tradition des Pilgerns in jeder Kultur etwas anders gelagert ist, gibt es nicht die eine Entstehungsgeschichte des Pilgerns. Zurück geht der Pilgerbrauch aber immer auf eine Erfahrung, die suchende Menschen gemacht haben. Auf bestimmten Wegen oder an bestimmten Orten spürten sie besondere Kräfte.

1987 veröffentlichte der Europarat in Santiago de Compostela eine Erklärung,  in der er den Jakobswegen einen höchst symbolischen Wert für die Entstehung Europas beimisst. Danach hat der Weg nicht nur eine religiöse Bedeutung, vielmehr soll er dem Transfer von Ideen, Kunst und Kultur zwischen den Regionen und Nationen dienen. Als europäische Kulturstraße solle er Entfernungen, Grenzen und Sprachbarrieren überwinden.

F?

Aus welcher Motivation gehen Menschen pilgern?

A.

Der Drang sich zu bewegen ist bei Pilgern generell deutlich ausgeprägt und ein treibendes Motiv ist Neugierde und Abenteuerlust.

Am stärksten ausgeprägt sind Motive der individuellen Seelenhygiene bzw. Sinnsuche. Auch die Menschen unterwegs und die Neugier auf das Andere motiviert.

Pilgern ist ein Ausbruch aus dem gewohnten Umfeld. Einfachheit, das Gehen und die Nähe zur Natur sind Beweggründe sich auf den Weg zu machen.

Vielfach bringen die  Beteiligten  eigene Themen mit, mit denen sie unterwegs arbeiten möchten. Dies kann aus dem sozialen Umfeld, der Gesundheit oder auch aus dem Themenbereich Glauben und Beruf stammen.

Es geht auch um die besondere spirituelle Atmosphäre, weniger um das klassische Bußemotiv oder die erlösende Erreichung des Wallfahrtzieles.

Ganz offensichtlich ist der Weg das Ziel.

F?

Warum pilgern, wenn ich wandern kann? Wo liegt der Unterschied?

A.

Pilgern besteht aus  Mehrtagestouren und Streckenwanderungen und hat wenig mit Tagestouren und Rundwanderungen gemeinsam.  Individualität wird groß geschrieben.

Die tägliche Distanz beträgt im Durchschnitt über 20 Kilometer und das ist  um einiges mehr wie bei den Normalwanderern.

Pilger sind normalerweise keine sonderlich großen Wanderer. Die wenigsten sind alle vierzehn Tage oder häufiger im Monat zu Fuß unterwegs. Die Wandergeschwindigkeit ist im Durchschnitt nicht viel mehr als ein Spaziertempo.

Die Wallfahrt mit ihren sechsstündigen Tagesetappen ist eine immense Herausforderung. Es  geht eher um die Schaffung von als geeignet angesehenen Rahmenbedingungen für eine innere Reinigung als um sportliche Leistungen oder Genusswandern. Dementsprechend spielen alle Genussfaktoren von stiller Natur über schöne Landschaften bis zu gemütlicher Einkehr und kulinarischen Versuchungen eine untergeordnete Rolle. Es ist eher die Unterschiedlichkeit auf dem Weg, die die Wahrnehmung der Pilger auf sich zieht.

F?

Was für Menschen gehen pilgern?

A.

Pilger sind Entdeckertypen, die auf dem Weg sowohl Einzelgänger wie auch Teil einer Gemeinschaft sein können und wollen. Sie interessieren sich auch für das, was anders ist, und versuchen Dinge zu erkennen und zu reflektieren.

Sie  sind keine typischen und schon gar nicht Extrem-Wanderer, sondern eher wanderungsgewohnt. Sie haben eine Aversion gegen verkehrsgerechte Fußwege.

Pilger sind im Durchschnitt 49 Jahre. Rund die Hälfte verfügt über einen Hochschulabschluss, weitere 20% über das Abitur. Frauen und Männer teilen sich zahlenmäßig die Pilger-Wege dieser Welt. Die überwiegende Mehrheit geht zu Fuß.

Die unter 30 jährigen haben einen Anteil von ca. einen Viertel, die 30-60 jährigen von etwas mehr als die Hälfte und der Rest verteilt sich auf die über 60 jährigen.

Der größte Anteil der Pilger kommt aus der Gruppe der Angestellten, vor den Studenten, Rentnern und Selbstständigen. Technische Berufe,  Lehrer, Beamte und  Hausfrauen bilden den Rest.

Deutschland liegt nach Italien und Spanien an dritter Stelle bei den Pilgerbegeisterten weltweit.

Ein Drittel der Befragten einer Studie haben bereits an einem Pilgerausflug teilgenommen. Das ist erstaunlich, was wohl den kirchlichen Feiertagen oder kirchlich initiierten Wallfahrten zuzurechnen ist. Fast 30% der deutschen Wanderer würden das Pilgern gerne einmal über mehrere Tage erleben.

 

F?

Was brauche ich zum Pilgern?

A.

Vor allem, den Willen loszugehen. Das ist das Einzige, wobei dem Pilger - Einsteiger niemand helfen kann. Ausdauer und eine gute Ausrüstung sind ebenso wichtig, aber diese Dinge können sich Anfänger besorgen. Da Pilgern  eine ungewohnte körperliche Belastung ist, kann es sinnvoll sein den Hausarzt anzusprechen. Muskeln und Sehnen benötigen einige Zeit um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Training bietet Sicherheit und die Gewissheit der eigenen Fähigkeiten. Das Testen der Kleidungsstücke und der Ausrüstung auf Spaziergängen hat schon manche Verbesserung zu Tage gebracht. Eine gute Ausrüstung ist Gold wert, selbst auf den kurzen Etappen. In der Packliste habe ich einige Informationen für Dich zusammengestellt.