Wege aus der Bewegungslosigkeit

 

Wege aus der Bewegungslosigkeit

Nicht nur die Corona Krise beschneidet uns in unserer Bewegungsmöglichkeit. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder Situationen, in denen ein weiter gehen nicht möglich schien. Woran liegt das?

Häufig werden veränderte Situationen, wie wir Sie gerade erleben als Gefahr angesehen. Das Bedürfnis nach Harmonie und Gleichgewicht ist häufig so groß, dass es einer Veränderung sprichwörtlich „Im Weg steht“.

Veränderung wird  vielfach unterbewußt erlebt. Wenige kommen auf den Gedanken im Winter mit der Sommerkleidung nach draußen zu gehen. Die meisten beschäftigen sich mit dem älter werden. Wir suchen unsere Berufung oder das persönliche Glück. Das alles sind Veränderungsprozesse.

Sie alle beginnen in unserem Denken. Denken gestaltet und ist schöpferisch für unser Leben.

Schöpferisches Denken wird nicht geschenkt, genauso wie ein Marathon nicht einfach so gelaufen wird. Sie ahnen schon, wo der Weg hingeht. So schwer ist es aber dann doch nicht.

Wenn Sie gestärkt aus dieser Krise herausgehen möchten, dann habe ich eine kleine Übung für Sie. Ich habe gute Erfahrungen mit Ihr gemacht.

Gemeinsam werden wir  eine Zeitreise unternehmen, die  auch als „Timeline“ bekannt ist. Sie ist eine ideale Methode gedanklich in die Zukunft zu reisen.

Langsam und bewusst sollte es sein, wie auf einer Pilgerreise. Diese Methode habe ich auf einigen meiner Outdoor Veranstaltungen eingesetzt und Sie ist auch gerade dort besonders nutzbringend, weil die Natur dabei hilft, sorgenfrei zu denken.

Was Sie dazu benötigen ist die Bereitschaft sich auf den Weg zu machen, etwa eine Stunde Zeit. Einen Stift und einen Schreibblock und etwas Phantasie :-).

Vielleicht gehen Sie  einfach vor die Tür, an einen  ruhigen Ort, etwas Tee oder Kaffee dabei.

Und los geht es mit mir in die Zukunft, sagen wir an einen wunderbaren Frühlingstag im Jahr 2021. Wir sitzen bei schönem warmen sonnigen Wetter draußen auf einer Holzbank. Wir haben einen wunderbaren Fernblick. Spaziergänger kommen dann und wann vorbei, Sie hören die Vögel singen und Ihre Augen schweifen über die Weite der Natur. Eine leichte, warme Brise spüren Sie auf Ihrer Haut.

Erlauben Sie sich einen Blick in die Natur! Was sehen und hören Sie? Wie nehmen Sie die Menschen wahr, die vorüber gehen?

Alles so wie früher?

Wenn Sie zurückschauen auf die Zeit vor Corona? Was haben Sie vorher nicht für möglich gehalten?

Wann haben Sie die ersten leichten Anzeichen einer guten Entwicklung wahrgenommen?

Wie geht es Ihnen jetzt? Besser oder schlechter?

Wundern Sie sich  gerade?

Das der Verzicht, den sie erlebt haben, Sie vielleicht freier gemacht hat!

Dass die anfängliche Angst, die Schockstarre nach einiger Zeit zu einer Erleichterung führte.

Dass Verzicht zu üben nicht unbedingt etwas mit Verlust zu tun hat.

Viele Menschen auf einer Pilgereise berichten mir genau das! Die anfängliche Sorge, mit wenig klar zu kommen führte sie zu neuen Möglichkeitsräumen, zu innerlicher und äußerlicher Freiheit. Sich alleine auf den Weg zu machen, in das Ungewisse schien vielen vorher undenkbar. Sie berichten davon, Menschen kenngelernt zu haben, die sie wohl sonst nicht kennengelernt hätten. Sich selbst gespürt zu haben, wie nie zuvor.

Verborgene Konflikte wurden sichtbar und konnten  gelöst werden.

Sie nahmen sich für einige Wochen aus Ihrer Komfortzone  hinaus! Und trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten erlebten die meisten diese Zeit als die persönlich intensivste, meist auch beste Zeit Ihres Lebens.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Nach Corona hat sich der Umgang mit uns selbst und auch mit anderen verändert. Wir achten aufeinander und nehmen uns selbst nicht mehr so wichtig. Kranke und Alte werden von der Gesellschaft jetzt wieder mehr geschützt. Die sozialen und pflegerischen Berufe haben an Ansehen dazu gewonnen.

Jetzt im Frühjahr 2021 sind wir auf einmal bereit, Zeit mit uns alleine zu verbringen. Wir nutzen Kommunikationsmittel sehr viel sparsamer, persönliche Kontakte wurden wichtiger. Wir reisen vor unserer Haustür. Damals haben wir  uns lieber ins Auto oder den Flieger gesetzt.

Homeoffice wurde auch für  Unternehmerkreise zur Selbstverständlichkeit, mit all dem notwendigen Vertrauen in die Selbstorganisation Ihrer Mitarbeiter. Ja, zuerst war es schwierig, die eigene Familie daran zu erinnern, dass man am Arbeiten war. Nach einigen Tagen änderte sich das. Und ähnlich wie wir es vorher von Kollegen erwartet haben, klopft der eine oder andere erst mal an und fragt, ob wir Zeit für ihn haben.

Wir haben erkannt, dass das Gesundheitssystem ein entscheidender Faktor in unserer Gesellschaft ist, Forschung und Wissenschaft als einen Bestandteil um Entscheidungen treffen zu können. Der Glaube an Gott hat zugenommen, wie bei jeder guten Krise. Manche  WhatsApp Gruppen fanden zuerst gar kein Ende mit Gebetskreisen und Symboliken. Heute pflegen wir eine tägliche stille Zeit.

Wer ehrlich ist, wusste immer schon, dass die meisten Krisen unseres Lebens dahin geführt haben, wo wir jetzt sind. Meist sind wir sensibler, aufmerksamer und dem Leben als kostbares Gut zugewandt.

Wir haben gemerkt was uns wichtig ist. Unternehmen haben sich wieder erholt und neue nachhaltigerer Geschäftsfelder entstanden. Wir haben Verzicht geübt und sehr viel dafür bekommen. Die Zeit im Hier und Jetzt.

Am Anfang der Krise haben wir in die Zukunft geschaut voller Sorge vor dem Kontrollverlust. Dann haben wir begonnen neue Sichtweisen zu entwickeln, die uns halfen, selbst schöpferisch tätig zu werden. So wie Sie es gerade tun, an dem wunderbaren Platz in der Natur.

Erfinden Sie sich neu!

Buen Camino

 

Stefan Höne

 

Quellen: Inspiriert durch Matthias Horx - Die Welt nach Corona, Carmen Kindl-Beifuß-Fragen die wie Küsse schmecken

 

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