Pilger Newsletter 12/2022

Es ist Winter, Weihnachten steht vor der Tür. Genau die richtige Jahreszeit, um etwas mehr über unglaublich schöne Momente auf dem Camino Aragonés in Spanien zu erfahren. Zudem bin ich im Herbst diesen Jahres einen der anspruchsvollsten Pilgerwege Europas gegangen. Den Franziskusweg von Florenz nach Assisi. Ein nachhaltiges Abenteuer, das ich Dir nicht vorenthalten möchte. Spontan habe ich mich entschieden, Dir in einer Online Lesung unter dem Motto „Beziehungsarten auf dem  Franziskusweg “ am Donnerstag, den 26.01.2023 um 19 Uhr meine Erfahrungen & Erlebnisse rund um den Franziskusweg anzubieten.

Momente

Camino Aragonés in Spanien

Es gibt Orte, so schreibt Katja, die sind besonders. Die haben eine immense Kraft und Ausstrahlung. Die achteckige Wallfahrtskirche Santa Maria de Eunate ist so ein Ort. Dabei war ich doch so skeptisch: Es ist der letzte Tag auf dem Camino Aragonés und die Stimmung ist ein wenig merkwürdig: In der Luft tanzen die Blütenpollen wie Schneeflocken und unsere kleine Gruppe hat sich weit auseinandergezogen. Ich merke, wie ich immer schneller werde und mag doch eigentlich gar nicht ankommen. Und gleich soll diese Kirche kommen, von der Stefan schon so viel erzählt hat. Aber kann ein Ort, der für jemand anderen so besonders ist, auch für mich zu einem besonderen Ort werden? Quasi mit Ankündigung?

 

Santa Maria de Eunate

Weiterlesen

Die Orte, die mich bisher nachhaltig berührt haben, haben doch ehr mich gefunden - der kleine unspektakuläre Abtsgarten auf dem Mosel-Camino zum Beispiel. Ich habe sie nicht gesucht und schon gar nicht wurden sie mir angekündigt. Vielleicht widerstrebt es mir auch einfach, dass eine der wenigen richtigen Touristenattraktionen auf dem Weg solch eine besondere Kraft haben soll. Erwartung und Skepsis mischen sich in mir, Vorfreude und Zweifel.

Und dann taucht sie plötzlich vor mir auf. Mitten im Nichts und dennoch irgendwie würdevoll eingebettet in die Landschaft. Ich lasse die Szenerie auf mich wirken und staune. Denn vom ersten Moment an zieht mich dieser Ort in seinen Bann, ohne dass ich genau beschreiben könnte, warum. Schritt für Schritt nähere ich mich dem kleinen Bauwerk und muss dort angekommen als erstes meine Hände auf die Steine legen, mich verbinden mit dem Ort, spüren was ihn ausmacht. Ich gehe einmal langsam rund herum und lasse alles auf mich wirken.
Die Kirche selbst ist geschlossen und irgendwie bin ich fast ein bisschen erleichtert: Ich muss also gar nicht mehr herausfinden, welche Wirkung dieser Ort noch auf mich haben könnte.

Aber es kommt, wie es kommen soll: Eine Busgruppe ist im Anmarsch und die Kirche wird geöffnet. Also dann.. Wieder kämpfen zwei widerstrebende Gefühle in mir. Auf der einen Seite bin ich neugierig und möchte diesen Raum erspüren und auf der anderen Seite auch wieder nicht. Kann dieser Ort mit den vielen Menschen noch seine Kraft entfalten und mich ganz persönlich erreichen?

Er kann! Sicher ist und bleibt das Erleben eines Ortes etwas ganz Persönliches, aber ich habe tatsächlich auch das Gefühl, dass hier jeder seinen ganz eigenen Raum findet und all die unterschiedlichen Emotionen einfach da sein dürfen. Mehr noch als der Kircheninnenraum packt mich zum Beispiel der offene Kreuzgang, der die Kirche umgibt. Licht und Wind, Stille und Geräusche, Steine und Leben scheinen hier miteinander zu verschmelzen. Staunend gehe ich zwischen den Säulen umher, fasse immer wieder das Mauerwerk an und entdecke plötzlich in den Mauerritzen ganz viele kleine Zettel. Lauter Gebete, Anliegen, Wünsche und vielleicht auch Anklagen, die hier zwischen den Steinen ihren Platz gefunden haben.

Auch ich spüre plötzlich ganz deutlich, dass ich hier etwas ablegen und zurücklassen muss. Der Weg hat soviel gelöst, manches davon möchte ich nicht mit zurück nehmen. Ich möchte loslassen, was ich nicht mehr brauche und was mich hemmt. Einen Zettel habe ich zwar nicht bei mir, aber wieder kommt es, wie es kommen soll und meine Füße stoßen auf lauter lose kleine Steinchen. Fast schon ein bisschen ehrfürchtig hebe ich sie auf und setze meinen Gang fort. In den folgenden Minuten findet der ein oder andere Stein von mir hier seinen Platz und scheint eine Lücke zu füllen. Irgendwie habe ich das Gefühl, damit ein Teil dieses Ortes zu werden und fühle mich erleichtert. Ich merke, wie der Moment mich berührt und suche ganz automatisch Rückhalt an einer der Säulen. Mit geschlossenen Augen stehe ich da und plötzlich kullern die Tränen über mein Gesicht. Aufhalten kann ich sie nicht, will ich auch gar nicht. Ich spüre, wie der Wind mein Gesicht streift und fühle mich…. Ich weiß nicht, irgendwie fehlen mir die Worte für dieses Gefühl.

Ich kann nicht erklären, was da an dieser kleinen Kirche und an diesem Tag passiert ist. Immer noch nicht. Ich kann nur akzeptieren, dass es Momente und Orte gibt, die mich ausfüllen und die mich in meinem Innersten ergreifen. Die mein Herz berühren und sich tief in mein Gedächtnis eingraben. Vielleicht sind es genau diese Momente, die mich voller Freude auf die nächste Pilgertour schauen lassen.

Franziskusweg in Italien

...von Florenz nach Assisi vom 2.-16. Oktober 2023. Fünfzehn Tage Pilgern und Beziehungspflege. „Wenn es Dir gut tut, komm!“ sagte Franziskus zu Beginn des 13. Jahrhunderts zu einen Freund, der seinen Rat suchte. Der 285 Kilometer lange Weg von Florenz durch die Toskana und Umbrien nach Assisi mit seinen 14 Tagesetappen scheint uns genau dieses zuzurufen.

Franziskusweg -Assisi - Beratung & Pilgern Stefan Höne 10

Weiterlesen

„Wenn es Dir gut tut, komm!“: Die Natur, so farbig und abwechslungsreich, dass es Dir manchmal sprichwörtlich den Atem verschlägt. Die Orte, die von einer langen historischen Geschichte erzählen. Die Wege, die Deine ganze Aufmerksamkeit benötigen.
Der innere und äußere Weg zeigt sich hier durch die Begegnung mit den Menschen, seien es Einheimische oder Pilger, mit Dir selbst und mit Deinem Gott.
Wer sich für diesen Weg entscheidet, entscheidet sich für die Kunst des Lebens. Er entscheidet sich für Anspannung und Entspannung, Freiheit und Geborgenheit und für Abenteuer und ein intensives Sein.

Lesung 'Beziehungsarten auf dem Franziskusweg'

26.01.2022, 19:00 Uhr

Im September 2022 war es endlich soweit. Nach 2 Jahren Wartezeit organisierte ich kurz entschlossen die Anreise nach Florenz. In den ersten Tagen meiner 285 Kilometer langen Pilgerreise stellte ich fest, dass dieser Weg etwas mit Beziehunsarten zu tun hat.  Beziehung zu mir, zu anderen Menschen und vielleicht sogar Gott. Auch ist der Franziskusweg ist körperliche Schwerarbeit und wird nicht umsonst als einer der anspruchsvollsten Pilgerwege Europas geführt. Das bemerkte ich auch und um ein Haar wäre diese Reise früh geendet.

Datum: 26.01.2022, 19:00 -20:00 Uhr

Wo: Online per Zoom

Eintritt: frei

Anmeldung erbeten

info@stefanhoene.de

Franziskusweg - Italien - Beratung & Pilgern - Stefan Höne - Onlinelesung

Der Tipp für die Feiertage:

Wenn die Sehnsucht loszulaufen mal wieder riesengroß wird oder du dich von all dem Trubel da draußen auch einfach mal nur einen Moment lang zurückziehen möchtest - dann habe ich hier ein Tipp für Dich:

- Film "Nur die Füße tun mir leid"

PS.: Eine Packung Papiertaschentücher ist zu empfehlen.

Stefan Höne • Hindenburgstraße 43 • 51688 Wipperfürth

Du möchtest keine Newsletter mehr erhalten? Klicke hier für die Abbestellung

Du suchst Deine begleitete Pilgerreise: Hier Lang

info[at]stefanhoene.de • www.stefanhoene.de • 0152 319 62605

Kontaktformular / Newsletter anmelden / Impressum

 

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben